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Mit Saatkarten zur präzisen und bedarfsgerechten Aussaat

Die Bodenbeschaffenheit eines Feldes ist nicht durchgängig homogen. Um bedarfsgerecht zu säen, muss der Landwirt ermitteln, wo ein hohes Ertragspotential vorhanden ist und in welchen Bereichen es niedriger ist. Dieses geschieht oft durch ungenaue oder sehr aufwendige Techniken.  Mit den Saatkarten des „My Data Plant“ hat die Kleffmann Group ein Instrument entwickelt, um die Saatstärke an variierende Bodenbeschaffenheiten anzupassen.   

Die Aussaatstärke pro Quadratmeter sollte so gewählt werden, dass der größtmögliche Ertrag generiert werden kann. Diese somit ökonomisch und pflanzenbaulich abzuwägende optimale Saatstärke kann innerhalb eines Feldes stark variieren, jedoch war es bisher schwer, diese Bereiche präzise abzugrenzen und automatisiert in maschinenrelevante Informationen zu übersetzten. Die Saattechnik ermöglicht bereits eine variable Aussaat, benötigt allerdings eine präzise Datengrundlage, um die technischen Möglichkeiten voll ausschöpfen zu können.

Aus diesen Gründen ist es für den Landwirt elementar, den richtigen Zeitpunkt und die optimale Aussaatstärke einschätzen zu können. Es ist jedoch nicht immer direkt ersichtlich, wo ertragsarmer bzw. ertragsreicher Boden vorhanden ist. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Techniken, die den Landwirt bei seiner Arbeit unterstützen sollen. Mit „My Data Plant“ hat die Kleffmann Group ein innovatives System entwickelt, in dem voll automatisiert und ertragsstärkere Feldbereiche unterschieden werden können. Damit kann die Saatstärke entsprechend dem erwarteten Ertragspotenzial angepasst werden. Der Landwirt kann so noch besser auf lokale Gegebenheiten reagieren und durch die exakte Aussaat Kostenvorteile generieren.

Die Saatkarten

Mit „My Data Plant“ ist es möglich, Felder mithilfe aktueller Satellitendaten z.B. bedarfsgerecht zu düngen. Diese Funktion wurde nun durch Saatkarten ergänzt. Für die Nutzung spielen die Betriebsgröße und die maschinelle Ausstattung keine Rolle. Der Landwirt kann bereits mit einem handelsüblichen Tablet in die variable Bewirtschaftung einsteigen. Durch die Auswahl diverser Stellmöglichkeiten kann er seine eigenen Erfahrungen in das System mit einbringen und bleibt Hauptentscheider seiner Maßnahmen. Die Saatkarten von „My Data Plant“ basieren ausschließlich auf multispektralen Satellitendaten der Sentinel Satelliten der European Space Agency (ESA). Im fünftägigen Abstand kann dadurch ein aktuelles Bild des entsprechenden Feldes wiedergegeben werden. Die Kombination unterschiedlicher Indizes in verschiedenen Stadien der Pflanzenentwicklung schafft die Grundlage, um exakte Rückschlüsse auf Bodenunterschiede zu ziehen.

Die Saatkarten können mittels weniger Klicks im „My Data Plant“-Onlineportal erstellt werden. Der Nutzer des Portals wählt zunächst Aufnahmezeitpunkte als Grundlage für weitere Berechnungen aus, so beispielsweise einen Zeitpunkt, an dem keine Kultur auf dem Schlag vorhanden ist. Abhängig von der Schlaggröße und Variabilität innerhalb eines Feldes kann zwischen drei oder fünf Klassen der Bodenzonierung gewählt werden. Daraufhin wird automatisch eine Karte mit Zonen unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit berechnet, abgestuft wird dabei zwischen leichtem und schwerem Boden. Gewünschte Saatstärken für die errechneten Bereiche innerhalb eines Feldes werden zunächst in Prozent angegeben, damit Applikationskarten vorbereitet werden können, bevor der Saatgutkauferfolgt. Der Landwirt hat zusätzlich die Möglichkeit, seine eigenen Erfahrungswerte mit einzubringen, die erzeugte Karte weiter anzupassen und auf seine Bedürfnisse zuzuschneiden. Für die Umsetzung auf einem Terminal muss lediglich noch eine Körneranzahl je Hektar für die mittlere Bodenzone angegeben werden.

Übertragen werden die Informationen drahtlos oder per USB-Stick. In Folge dessen werden den Maschinen je nach Zone verschiedene Saatmengen vorgegeben. Grundvoraussetzung ist natürlich eine Drillmaschine mit der Möglichkeit, die abzulegende Saatgutmenge während der Fahrt zu regulieren. Für eine automatisierte Anwendung sind eine ISOBUS-Schnittstelle und ein entsprechendes Terminal zur Kommunikation mit dazugehörigen Anbaugeräten nötig. Sind die technischen Voraussetzungen für eine automatisierte Umsetzung nicht gegeben, kann die Applikationskarte in dem Fall als Orientierung auf einem Tablet genutzt werden und für die manuelle Regulierung einer Drillmaschine über die Schaltfläche genutzt werden. Sollte „My Data Plant“ auf dem Schlepper einmal nicht funktionieren, steht der kostenlose Kundenservice des „My Data Plant“ zur Verfügung. Das Team hilft sowohl am Telefon als auch persönlich vor Ort.

Fazit

Bereits bei der Maisaussaat werden die Grundlagen für den späteren Ertrag gelegt. Deshalb sollte dieser besonders große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Jedoch können die Voraussetzungen des Bodens sehr stark innerhalb eines Feldes variieren. Die Herausforderung, die Saatstärke gezielt an diese wechselnden Umstände anzupassen, kann nun mit „My Data Plant“ bewältigt werden. Für die Erstellung der erforderlichen Saatkarten ist nur ein geringer technischer Aufwand erforderlich.

 

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 02/18 der Zeitschrift Mais: https://www.maiskomitee.de/Page/Ausgabe_02/18